Sonderforschungsbereich 633
Leiter der Teilprojekte B9 und B12 des SFB633
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Leiterin des Teilprojektes B9 des SFB633
Charité - Universitätsmedizin Berlin
CC 10: Magen-, Darm-, Nieren- und Stoffwechselmedizin
Medizinische Klinik I
Postadresse:
Hindenburgdamm 30
12200 Berlin
t: +49 30 8445 2665
f: +49 30 8445 2903
Der MW ist trotz des ubiquitären Vorkommens seines Erregers, des Actinomyceten Tropheryma whipplei, extrem selten. Gesunde Kontrollpersonen bilden eine protektive humorale und zelluläre Immunität gegen den Erreger aus, während bei den betroffenen Patienten prädisponierende immunologische Faktoren eine systemische Ausbreitung von T.whipplei zu ermöglichen scheinen. Eine reduzierte Aktivität von T-Zellen und Makrophagen, erniedrigte IL-12-Expression und erhöhte Werte von IL-16 wurden bei MW-Patienten nachgewiesen. Besonders auffällig ist eine extrem reduzierte spezifische Th1-Reaktivität gegen T.whipplei bei MW-Patienten, wobei andere Erreger offensichtlich normale Th1-Reaktionen anregen.
Wir gehen davon aus, dass bei MW-Patienten die antigenpräsentierenden Zellen nicht in der Lage sind, eine adäquate T.whipplei-spezifische T-Zell-Reaktivität zu induzieren, wobei offensichtlich auch der Erreger selbst durch eine Modulation der Makrophagen seine Persistenz fördert. Ziel dieses Projektes ist es daher, die Mechanismen, die für die fehlende T.whipplei-spezifische Reaktivität der Patienten verantwortlich sind, weiter einzugrenzen. In einem Teil des Projektes sollen die Funktionen von antigenpräsentierenden Zellen, wie Phagozytose, oxidativer Burst, Antigen-Präsentation, die Expression von kostimulatorischen Molekülen und die Keimzentrumsarchitektur der Lymphknoten von MW-Patienten, untersucht werden. Interessant erscheint uns eine mögliche Modulation dieser Funktionen durch T.whipplei und IL-16. In einem zweiten Teil der Arbeiten wollen wir antigene Epitope von T.whipplei definieren und sicher ausschließen, dass die unzureichende Abwehr des Erregers nicht doch primär oder zusätzlich auf einem Defekt auf der Ebene der T-Lymphozyten beruht.