Wissenschaft in der Verantwortung

Referentin: Dr. Katrin Grüber

Im Jahr 1998 verabschiedete die DFG insgesamt die Denkschrift „Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“. Anlass war ein Forschungsskandal im Bereich der Krebsforschung, der Diskussionen im In- und Ausland auslöste. Die Denkschrift enthält 16 Empfehlungen, um Fälschungsmöglichkeiten einzudämmen. Sie reichen von Verfahrensregelungen bis hin zu Empfehlungen, Originalität und Qualität höher zu bewerten als Quantität.
Im Workshop sollen ausgewählte Empfehlungen vorgestellt und auf ihre Notwendigkeit und Anwendung in der Praxis im gemeinsamen Gespräch überprüft werden.
Der Workshop möchte aber nicht bei der Frage stehen bleiben, wie Fälschungen vermieden werden können, sondern wie Wissenschaft auch ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden kann. Was bedeutet gesellschaftliche Verantwortung – und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das Wissenschaftssystem und für die einzelnen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen?
Die promovierte Biologin Katrin Grüber  hat an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Politikwissenschaft zu Fragen von Technikentwicklung und dem Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft unterrichtet.
Seit 2001 leitet sie das Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft in Berlin. Sie war unter anderem am EU-Projekt STACS beteiligt, in dem die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Zivilgesellschaft befördert werden sollte. Im Rahmen dieses Projektes entstand auch das Buch Citizen Scientist, Reconnecting Science with Civil Society von Jack Stilgoe, das kostenlos heruntergeladen werden kann.

Links zum Thema:
www.dfg.de/aktuelles_presse/reden_stellungnahmen/download/empfehlung_wiss_praxis_0198.pdf
www.imew.de/index.php
www.demos.co.uk/files/Citizen_Scientists_-_web.pdf

Artikel von Katrin Grüber zum Thema:
Forschungsförderung und Narrative als Steuerungsinstrumente in der medizinischen Forschung., In: Biomedizin im Kontext. Hrsg. von Sigrid Graumann und Katrin Grüber, Münster: LIT Verlag 2006, S. 277-295
Menschenwürde und Forschungsinteressen., In: Landeszentrale für politische Bildung Brandenburg (Hrsg.), Die Grenzen des Machbaren. Bioethik in Medizin und Genforschung., Potsdam 2005, S. 48-58

Programm:
10.00 Uhr Begrüßung und Einführung
10.30 – 11.30 Uhr Vortrag Frau Grüber
11.30 – 12.30 Uhr Diskussion

12.30 – 13.30 Uhr Mittagspause

13.30-14.15 Uhr Gruppenarbeit
14.15 – 15.00 Uhr Abschlussgespräch