Teilprojekt A10

Bedeutung der Aktivierung von CD8+ T-Zellen in Leber und Darm für die Entwicklung extraintestinaler Manifestationen chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen in der Leber.

Prof. Dr. med. Eckart Schott

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Leiter des Teilprojektes A10

CharitéUniversitätsmedizin Berlin

CVK: Campus Virchow-Klinikum

Medizinische Klinik m. S. Hepatologie und Gastroenterologie

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Die primär sklerosierende Cholangitis (PSC) stellt eine extrahepatische Manifestation chronisch entzündlicher Darmerkrankungen (CED) dar, deren Pathogenese nicht geklärt ist. Der Phänotyp leberinfiltrierender T-Zellen bei Patienten mit PSC spricht für eine Aktivierung der T-Zellen im Darm und nachfolgende Migration in die Leber.
In der vorangegangenen Förderperiode wurde das Migrationsmuster von in Darm und Leber aktivierten antigenspezifischen CD8+ T-Zellen charakterisiert. Es zeigte eine Akkumulation von im Darm aktivierten CD8+ T-Zellen in der Leber, die durch das Vorhandensein des Antigens in der Leber noch verstärkt wird. In der nächsten Förderperiode sollen in Darm und Leber aktivierte T-Zellen bzw. nach Aktivierung im Darm in die Leber eingewanderte T-Zellen durch Transkriptomanalysen näher charakterisiert werden. Kandidatenmoleküle, die für eine therapeutische Beeinflussung der Einwanderung in die Leber geeignet sind, sollen identifiziert werden.
Wir haben in der letzten Förderperiode weiterhin ein Tiermodell entwickelt, in dem es nach Aktivierung von CD8+ T-Zellen im Darm durch Auslösung einer vom Antigen Ovalbumin (OVA) antigenabhängigen Kolitis (OVA-Kolitis) zur Ausbildung einer Cholangitis in Mäusen kommt, die das gleiche Antigen in Cholangiozyten unter der Kontrolle das Promotors des Apical Sodium-dependent Bile Acid Transporter exprimieren (ASBT-OVA-Mäuse). Damit wurde erstmalig ein Tiermodell etabliert, bei dem der enterohepatische Kreislauf von T-Zellen zu einer Cholangitis führt. Das Modell soll in der nächsten Förderperiode weiter untersucht werden, insbesondere sollen therapeutische Optionen evaluiert werden, die die Ausbildung der Immunpathologie in der Leber unterbinden.
Naive CD8+ T-Zellen, die in TF-OVA-Mäuse transferiert werden, die das Antigen OVA in der Leber unter der Kontrolle des Transferrin (TF)-Promotors exprimieren, werden in der Leber aktiviert und bilden Effektorfunktionen aus. Wir konnten zeigen, dass hierfür knochenmarkabhängige Antigen-präsentierende Zellen notwendig sind. In der nächsten Förderperiode soll nun untersucht werden, welche Subpopulation Antigen-präsentierender Zellen (APC) für die Aktivierung von CD8+ T-Zellen in der Leber verantwortlich ist bzw. durch welche Subpopulation Toleranz induziert wird. Der Transfer naiver CD8+ T-Zellen in TF-OVA-Mäuse führt zu einer transienten Hepatitis. In der letzten Förderperiode konnten wir zeigen, dass diese Hepatitis durch endogene regulatorische CD4+ T-Zellen supprimiert wird. In der nächsten Förderperiode soll untersucht werden, welche APC-Subtypen in der Leber für die Induktion klassischer regulatorischer CD4+ T-Zellen (Treg) verantwortlich sind. Zur Untersuchung dieser Fragestellungen werden in TF-OVA-Mäusen Kupffer-Zellen (KC) und dendritische Zellen (DC) selektiv depletiert, bevor CD8+ T-Zellen transferiert werden, die eine Hepatitis auslösen. Außerdem werden Knochenmarkchimären mit Major Histocompatibility Complex der Klasse I (MHC-I)-defizienten Tieren bzw. MHC-I-defizientem Knochenmark durchgeführt, um die Beteiligung lebersinusoidaler Endothelzellen (LSEC) zu untersuchen.
Der Phänotyp leberständiger regulatorischer T-Zellen und ihre Fähigkeit, eine durch CD8+ T-Zellen ausgelöste Kolitis oder Cholangitis zu supprimieren, werden im OVA-Kolitismodell untersucht. Die Untersuchung regulatorischer T-Zellen erfolgt in TF-OVAx Depletion of Regulatory T Cell (DEREG)-Mäusen, in denen regulatorische T-Zellen durch ein grün fluoreszierenden Protein (GFP) markiert sind und sich dadurch selektiv isolieren lassen.

Kontakt

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Birgit Röders
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